Ordnung schaffen in den Städten – Vorschläge für hybride Parkmodelle

August 19, 2022

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Zur Verbesserung des Abstellens unserer Fahrzeuge arbeiten wir eng mit Städten und Gemeinden zusammen. Diese Vorschläge für hybride Parkmodelle, sollen für Ordnung auf den Straßen sorgen und gleichzeitig ein flächendeckendes Mikromobilitäts-Angebot gewährleisten.

1. Mobilitäts-Hubs

Der öffentliche Personennahverkehr ist und bleibt das Rückgrat des urbanen Verkehrs. Parkplätze für Mikromobilität an ÖPNV-Haltestellen und Bahnhöfen können eine unkomplizierte Weiterreise ermöglichen. So können wir mit unserem Mikromobilitäts-Angebot den ÖPNV auf der ersten und letzten Meile ergänzen.

2. Parkzonen mit Anreizmodellen

Kein Anbieter möchte Stolperfallen! Um Konflikte auf Gehwegen durch geparkte Fahrzeuge zu minimieren, sollten in dichten Innenstadtbereichen an großen Kreuzungen sowie an langen Straßen deutlich markierte Parkzonen geschaffen werden – beispielsweise durch die Umwidmung von PKW Parkplätzen. Diese Zonen können durch Anreizstrukturen innerhalb der TIER-App von uns beworben werden, so dass sich nach und nach eine Veränderung des Parkverhaltens einstellt.

3. Verpflichtende Parkzonen

Verpflichtende Parkzonen, die von einer Parkverbotszone umgeben sind, sollten an ausgewählten Orten eingeplant werden, die besonders kritisch und sensibel sind: Zum Beispiel neben Fußgängerzonen oder an öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus, einem Krankenhaus oder der Feuerwehr, an Grünflächen, Friedhöfen oder Brücken. Dabei sollte ein Maximalabstand der Parkzonen von ungefähr 150 bis 200 Meter sowie eine ausreichende Größe berücksichtigt werden.

4. Free-floating

Damit Mikromobilität eine echte Alternative zum privaten Auto sein und das Potenzial als Zubringer für den ÖPNV entwickeln kann, müssen Bürger*innen die Flexibilität und Verfügbarkeit der Fahrzeuge auf der ersten und letzten Meile haben. Free-floating ist überall dort möglich, wo es keine erkennbaren Konfliktpunkte oder Gefahrenzonen für andere Verkehrsteilnehmer*innen gibt.

5. Nutzer*innen-Kommunikation

Klare Kommunikation und Aufklärung der Nutzer*innen über gutes und regelkonformes Parkverhalten sind sehr wichtig. Die Fahrer*innen werden bei der ersten Registrierung über gutes Parken geschult und vor Beginn jeder Fahrt erneut daran erinnert. In der TIER App sind Parkzonen und Verbotszonen jederzeit klar erkennbar.

6. Technische Lösungen

Wir arbeiten ständig an verschiedenen technischen Lösungen, um das korrekte Abstellverhalten in Echtzeit zu prüfen. Denn wir wollen gutes Parkverhalten auch über unsere App-Features immer besser unterstützen. Dafür haben wir im März 2022 das Kartierungsunternehmen Fantasmo übernommen. Die neue Firmentochter soll uns dabei helfen, ein Fahrerassistenzsystem zu entwickeln, das auf Computer Vision basiert und regulierend eingreifen kann. Beispielsweise soll die Technologie verhindern, dass Nutzer*innen auf Gehwegen fahren oder unsere E-Scooter zu zweit benutzen.

7. Gesamtflotte und Anbieteranzahl begrenzen

Die Gesamtflotte einer Stadt sollte klar definiert sein, damit kein Überangebot und damit Unordnung auf den Straßen entsteht. Gleichzeitig müssen tageszeitliche und saisonale Schwankungen berücksichtigt und ausreichend Flexibilität eingeräumt werden, da sonst unnötiger Umverteilungsverkehr entsteht. Durch die Begrenzung der Anzahl an Mikromobilitäts-Anbietern, kann ein attraktives und verlässliches Angebot für Bürger*innen geschaffen und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Fahrzeuge in den Randbezirken gewährleistet werden.

8. Private Parkplätze

Wir verhandeln in zahlreichen Städten mit lokalen Unternehmen, um zusätzlich zu den dringend benötigten öffentlichen Parkzonen weitere geeignete Privatflächen zu gewinnen und so für noch mehr Ordnung zu sorgen. Als Anbieter können wir die Fahrzeugbewegungen in den Städten tagesaktuell nachvollziehen und die Engpunkte und Konfliktzonen klar erkennen. Des Weiteren haben wir langjährige Erfahrung in hunderten Städten mit unterschiedlicher Größe, Topografie und individuellen Anforderungen und können Sie gern hinsichtlich funktionierender Parkkonzepte beraten.

Mobilitäts-Transformation ist ein Prozess

Ein einmal angelegtes Parkkonzept für Mikromobilität sollte regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls datenbasiert nachjustiert werden. Veränderungen des Mobilitätsverhaltens der Bürger*innen können hier relevante Faktoren sein, ebenso wie der Auf- und Ausbau einer sicheren lokalen Radwegeinfrastruktur.